quillp, das Buch-Startup
Social Reading, aus Berlin ins Seedcamp-Finale.
Was war quillp?
quillp war eine Social-Reading-Plattform unter der Domain quillp.com mit dem Slogan "where books find friends". Die quillp GmbH wurde im Juli 2008 von Alexander Braun und Rolf F. Eggenberger in Grabs SG gegründet, aus der damaligen Agentur kunst://wort heraus. Die Plattform brachte Leserinnen und Leser, Autoren und Verlage zusammen, mit dem Ziel, das Potenzial von Manuskripten an einer Community zu testen statt am Schreibtisch eines Lektorats.
Quellen:quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009, deutsche-startups.de, 27.08.2008, buchreport, 15.10.2009
Wer hat quillp gegründet?
quillp wurde von Alexander Braun und Rolf F. Eggenberger gegründet. Braun war CEO und verantwortete Partnerschaften, Finanz- und Ressourcenplanung, Eggenberger war CTO und verantwortete die technologische Richtung. Kennengelernt hatten sich die beiden während des Studiums in St. Gallen, wo Braun neben dem Studium in Eggenbergers Agentur mitarbeitete. Als Lead Developer kam Dr. Henry-Jean-Paul Hammelbeck dazu, zuvor Abteilungsleiter E-Solutions beim Schweizer Verband der Raiffeisenbanken.
Quellen:quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009, buchreport, 15.10.2009
Wie kam es zur Idee für quillp?
Alexander Braun leitete bei Bertelsmann die Internetaktivitäten der kanadischen Buchclubs und beauftragte dafür die Agentur kunst://wort von Rolf Eggenberger mit einer E-Commerce-Plattform. Während dieses Projekts entstand die Idee zu quillp. Ausgangspunkt war die Beobachtung, wie viele gute Manuskripte keinen Verlag finden und wie viele veröffentlichte Bücher keine Leser. Ausgearbeitet und programmiert wurde die Idee im Büro der Agentur in Valencia, danach entstand ein zweites Büro in Berlin.
Welche Funktionen hatte quillp?
quillp bot ein persönliches digitales Bücherregal mit Bewertungen, Kommentaren und Profilseiten. Ein eigener Algorithmus brachte Leserinnen und Leser mit ähnlichem Bibliotheks- und Bewertungsprofil zusammen, sogenannte read-alikes. Autoren konnten Manuskripte hochladen, die als Flash-Datei auf fremden Websites eingebettet werden konnten, und über Tags mit bestehenden Büchern verknüpfen. Autorenseiten wurden automatisch aus Wikipedia, Amazon, Blogs, Zeitungen, Twitter und YouTube zusammengestellt. Als Erlösquellen geplant waren Affiliate-Provisionen, Werbung, Verkaufsprovisionen auf E-Books und Print-on-Demand, Tantiemen und Gebühren für Autorenwerkzeuge.
Quellen:quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009, deutsche-startups.de, 27.08.2008
Wie war quillp finanziert?
Alexander Braun und Rolf Eggenberger finanzierten den ersten Prototyp mit 150 000 US-Dollar aus eigener Tasche. Anschliessend kamen weitere 150 000 US-Dollar von Angel-Investoren dazu. Die quillp GmbH war in 211 Stammanteile aufgeteilt, die beiden Gründer hielten zusammen 174 davon. Für die Weiterentwicklung suchte quillp 2009 zusätzlich 460 000 bis 700 000 US-Dollar. Dazu kam eine Förderung durch CTI Start-up, das Startup-Label des Bundes.
Quellen:quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009
Wie viele Nutzer hatte quillp?
Die öffentliche Beta von quillp wurde im März 2009 zweisprachig auf Deutsch und Englisch für Suchmaschinen und die Allgemeinheit geöffnet. Der Fachdienst buchreport beschrieb im Oktober 2009 eine Testphase mit einigen Tausend Nutzerinnen und Nutzern.
Quellen:buchreport, 15.10.2009, quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009
War quillp Seedcamp-Gewinner oder Seedcamp-Finalist?
quillp war Finalist der Seedcamp Week 2008 in London, nicht Gewinner. Aus rund 400 europäischen Bewerbungen wurden 20 Teams ins Finale eingeladen, das eine Woche Coaching umfasste. Zu den sieben Gewinnern von 2008 zählten Basekit, Kyko, Mobclix, Soup, Stupeflix, Toksta und uberVU. Einzelne Datenbanken wie Crunchbase führen quillp als Gewinner, das ist nicht korrekt. Mitgründer Alexander Braun war später als Mentor für Seedcamp tätig.
Quellen:Seedcamp: Our Seedcamp Week 2008 winners, Seedcamp: Entrepreneur Mentors, quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009
Was wurde aus quillp?
quillp wurde aufgelöst. Wie schon bei LISAbot war die Idee zu früh dran, und vor allem fehlte am Ende die Unterstützung der Verlage. Deren Haltung lief darauf hinaus, weiterhin selbst entscheiden zu wollen, welche Autoren aufgenommen werden. Damit fiel der Teil des Geschäftsmodells weg, der quillp von reinen Print-on-Demand-Plattformen und Lese-Communities unterschieden hätte.
Wie wird quillp geschrieben?
quillp wird durchgehend klein geschrieben, auch am Satzanfang. Der Name kommt von "quill", der Schreibfeder, und war als Verb gedacht: "to quillp". Das Logo enthält alle Buchstaben des Namens und zeigt zugleich eine lesende Person.
Quellen:quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009
Wer ist Alexander Braun?
Alexander Braun ist Mitgründer und CEO von quillp und begleitet the Stack seit den frühen Jahren. Er studierte in St. Gallen und arbeitete daneben in Rolf Eggenbergers Agentur mit. Seine Abschlussarbeit über Chatbots erschien 2003 bei Springer als "Chatbots in der Kundenkommunikation". Bei Bertelsmann betreute er Internetprojekte in London, Shanghai und Toronto und verantwortete als Director Online and Business Development das Internetgeschäft der kanadischen Buchclubs. Heute ist er bei the Stack als Berater und Partner für digitale Transformation aufgeführt.
Quellen:Alexander Braun: Chatbots in der Kundenkommunikation, Springer 2003, quillp GmbH, Business Plan, 26. Juni 2009